Said Rezek: Jeder Volo-Arbeitstag ist anders
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Mitarbeiterstories

Said Rezek: Jeder Volo-Arbeitstag ist anders

Einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Journalisten zu bieten, ist nicht einfach. Denn jeder Tag ist anders! Das ist nicht nur ein Spruch, sondern gelebte Realität in einer Redaktion bei den Ruhr Nachrichten.

Der Arbeitsalltag in einer Redaktion, der keiner ist

Einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Journalisten zu bieten, ist nicht einfach. Denn jeder Tag ist anders! Das ist nicht nur ein Spruch, sondern gelebte Realität in einer Redaktion bei den Ruhr Nachrichten.

Am ersten Juli begann mein Volontariat bei Lensing Media. Meine ersten journalistischen Erfahrungen sammelte ich schon als Schüler, während eines Praktikums bei den Borbecker Nachrichten, einer Lokalzeitung in Essen. Danach habe ich parallel zu meinem Politikwissenschaftsstudium für verschiede regionale- und überregionale Medien als freier Journalist gearbeitet, darunter für die WAZ, taz und den Tagesspiegel. In meinen Texten drehte es sich häufig um die Themen Medien und Migration. Das ist seit Beginn meiner journalistischen Ausbildung völlig anders.

Journalisten sind Generalisten

Hier schreibe ich gefühlt über alles und jeden, sei es über Schützenfeste und Kochbücher, Neugeborene und Sterbebegleitung oder über Reit- und Gassiwege. Natürlich hat jeder Journalist seine Lieblingsthemen, aber Offenheit und Neugier für andere Lebensbereiche sind unverzichtbar. „Nicht zuständig“, gibt es in einer Redaktion schlicht und ergreifend nicht. Das Leben schreibt eben jeden Tag seine ganz eigenen Geschichten, die so unterschiedlich sind, wie die Menschen selbst.

Zeit sind Zeichen

„Zeit ist Geld“, ist wiederum eine Redewendung, die in gewisser Weise auch für Journalisten gilt. In Redaktionen geht es um Zeichen, denn sie füllen eine ganze Zeitung. Jeden Tag aufs Neue vor einer leeren Seite zu sitzen, ist immer wieder eine Herausforderung. Meine Masterarbeit über Gegenöffentlichkeiten im Internet habe ich in etwa drei Monaten geschrieben. Das ist im Arbeitsalltag einer Redaktion undenkbar. Jeden Tag haben wir im Redaktionsteam ein Ziel vor Augen. Die Zeitung muss am nächsten Tag druckfrisch bei dem Leser sein. Aktualität gilt natürlich umso mehr für Online-Geschichten.

Von der Idee zum Artikel

Die Veröffentlichung eines Artikels oder einer gesamten Zeitung ist jedoch der letzte Schritt. „Am Anfang war das Wort“, so heißt es in der Bibel. In der Redaktion endet es eher mit dem Wort und beginnt mit der Idee. Spannende Geschichten können überall lauern. Sie warten nur darauf entdeckt zu werden. Eine Internetrecherche kann genauso inspirierend sein wie ein Spaziergang durch die Innenstadt. Als ich einmal in einem Imbiss war, erzählte mir der Betreiber ein wenig aus seinem Leben. Es stellte sich heraus, dass er Diplom-Ingenieur ist und in seinem Beruf keine Stelle gefunden hat. Aus der Not machte er eine Tugend und eröffnete ein eigenes Lokal. Solche außergewöhnlichen Biografien passen perfekt in eine Zeitung. Nachdem ich über ihn berichtet hatte, hat er sogar zwei Stellenangebote erhalten. Manchmal fallen einem die Geschichten auch in den Schoß, um genau zu sein sogar in die Redaktion.

Redaktionen sind offene Räume

Gerade hat ein Leser unseren Arbeitsplatz betreten. Während ich diesen Artikel schreibe unterhält sich mein Kollege mit dem Kunden, nur eine Reihe weiter in der Redaktion. Letzterer hat während des Kalten Kriegs seinen Wehrdienst geleistet und unveröffentlichte Bilder von Raketen mitgebracht, die seinerzeit auf Russland gerichtet waren. Einige Geschichten kommen so zustande. Wieder andere Leser melden sich entweder per Mail, telefonisch oder eben persönlich, um auf Missstände oder erfreuliches aufmerksam zu machen. Nicht jeder Hinweis landet in der Zeitung, aber erstaunlich viele.

Kontakt mit den Lesern

Leser nutzen den direkten Weg in die Redaktion auch, um sich zur Berichterstattung zu äußern. Mal gibt es Lob, mal Kritik. Neulich habe ich ein Portrait über einen 85-jährigen Senior geschrieben, der auf ein bewegtes Leben zurückblickt. Er hat Feste mit tausenden Menschen organisiert. Die Erlöse gingen an Bedürftige in Südamerika und kamen einer Kirchengründung in der Region zugute. Das Gespräch war nicht einfach, denn der ältere Herr wollte nicht den Eindruck erwecken, mit seinen Taten zu prahlen. Umso erleichterter war ich, als er nach der Veröffentlichung in die Redaktion kam, um sich für den Artikel persönlich zu bedanken, weil ich ihn so gut getroffen habe. Ein größeres Kompliment kann es nicht geben. Dieser Tag endete sehr positiv. Wie der morgige beginnt, weiß niemand, denn jeder Tag ist anders! Das ist kein Spruch, sondern gelebte Realität.