Gonzalo Castro spricht über den „neuen“ BVB
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19:09 – Der schwarzgelbe Talk:

Gonzalo Castro spricht über den „neuen“ BVB

Gleich zu Beginn musste Gonzalo Castro Bilder aus seiner Lehrlingszeit bei Bayer Leverkusen über sich ergehen lassen. Sport- und Fitnesskaufmann lernte er als 16-Jähriger bei Bayer, „weil es meine Mama so wollte“. Er ist dann doch Fußballprofi geworden und heute, mit 29, bei Borussia Dortmund aus der Mannschaft nicht wegzudenken.

Neben Castro sorgten Hansi Küpper, Nobby Dickel und Uwe Lyko für kurzweilige Unterhaltung bei „19:09 – Der schwarzgelbe Talk“.

Bei der 13. Auflage der beliebten Talkveranstaltung von Radio 91.2 und den Ruhr Nachrichten ließ der Stargast des Abends ein wenig auf sich warten: Castro musste noch trainieren, „aber das war kein Straftraining nach der Niederlage in Leverkusen“, wie er grinsend meinte. „Das Spiel haben wir abgehakt.“

Talenten als Ansprechpartner dienen

Bei den Bildern des 16-jährigen Castro mussten die rund 150 geladenen Gäste schmunzeln – heute ist Castro als einer der erfahrenen Kräfte des BVB auch dazu aufgefordert, seinerseits den Talenten als Ansprechpartner zu dienen und Hilfestellungen zu leisten. „Kein Stinkstiefel“ sei dabei, meinte er, „die Jungs sind wissbegierig, höflich und haben viel Respekt.“

Die Leidenschaft Borussia Dortmund, sie war ein Grund dafür, warum Castro nach 16 langen Jahren in Leverkusen noch einmal eine neue sportliche Herausforderung suchte. „Der BVB hat eine faszinierende Entwicklung hinter sich“, meinte er, „es war natürlich sehr schwer, Leverkusen nach dieser langen Zeit zu verlassen, aber ich wollte mir später nicht vorwerfen, es nicht versucht zu haben. Ich brauchte nach dieser langen Zeit etwas Neues für meinen Kopf.“

„Ich habe mir sehr viel Druck gemacht“

Dass in Dortmund alles etwas größer und bedeutsamer ist, war ihm dabei bewusst – und dennoch war die Anfangszeit nicht einfach. „Ich habe mir sehr viel Druck gemacht, das haben die Trainer dann aber in die richtigen Bahnen gelenkt.“

Über den „neuen“ BVB mit seinen hoffnungsvollen Talenten sprachen die Moderatoren Sascha Klaverkamp (Ruhr Nachrichten) und Mathias Scherff (Radio 91.2) auch mit Uwe Lyko, der als Herbert Knebel auch eine Kostprobe seines Programms mit einer schmerzhaften Begegnung zwischen Schalke- und BVB-Anhängern zum Besten gab. Den Namen für seine schrullige Kultfigur hatte Lyko übrigens aus dem Telefonbuch, wie er verriet. Der BVB, meinte er, sei für ihn im Sommer „eine Wundertüte“ gewesen, „die Mannschaft ist ja quasi auseinander gerissen worden.“

Schalke fast Meister

Aber sie macht ihm Spaß, und das ist auch bei Sportmoderator Hansi Küpper nicht anders, der 2001 mit dem legendären Satz „Deutscher Meister 2001 ist der FC Schalke 04“ über den Äther ging – und der viereinhalb Minuten später dann froh war, „dass es doch nicht so kam und ich mich im Ruhrgebiet noch frei bewegen konnte.“ Als Fan machte Küpper in den 70-ern auch die harten BVB-Jahre mit. „Auswärtsniederlagen in der 2. Liga. Finstere Zeiten waren das.“

Lyko und Küpper betonten, dass ihnen bei allem Erfolgsstreben wichtig sei, dass man sich mit der Mannschaft auf dem Rasen identifizieren könne. Lyko: „Ich sehe lieber Klasse-Fußball und ein paar Niederlagen als das Gegurke der Bayern.“ Damit die Mannschaft weiter ihren Stil beibehalten kann, müsse man die jungen Spieler so nehmen, wie sie sind, meinte Stadionsprecher Nobby Dickel.

„Der Junge ist ein Albtraum“

„Das sind Klasse-Jungs“, meinte er, „manchmal auch ein bisschen verrückt.“ Genau das tue dem Spiel aber gut. Auch Castro konnte davon ein Lied singen. Auf die Frage nach dem Mitspieler, gegen den er im Training nur äußerst ungern spielen würde, kam wie aus der Pistole geschossen: „Dembele. Der Junge ist ein Albtraum!“

Worin sich alle einig waren: Dieser BVB macht Lust und kann noch viel erreichen. Wieviel, darauf gab Castro indirekt eine Antwort, als er zu seinen sportlichen Zielen bis zu seinem Karriere-Ende meinte: „Ich möchte sehr gerne einmal die Meisterschale in den Händen halten.“

 

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