150 Jahre Lensing Media

„Die Freiheit immer im Blick“

 

Unter dem Titel “Freiheit durch Wissen” feierten wir am 6. Januar unser 150-jähriges Bestehen. Den Auftakt machte der große Neujahrsempfang mit 900 Gästen im Dortmunder Konzerthaus. Ehrengäste waren dabei der frühere Bundespräsident Joachim Gauck und NRW Ministerpräsident Armin Laschet, deren Reden beim anschließenden Empfang im Foyer viel Stoff für Gespräche boten. Viel Lob gab es aber auch für die jungen Musiker der Neuen Philharmonie Berlin, die gemeinsam mit dem Dortmunder Bachchor und dem Chor der TU Dortmund Beethovens Ode an die Freude aufführten.

EIN SATZ KANN BERGE VERSETZEN. MAUERN ÜBERWINDEN. HERZEN ÖFFNEN.

 

 

Manchmal ist es ein einzelner Satz, den wir mit bedeutenden Menschen der Zeitgeschichte verbinden. „I have a dream“ rief Martin Luther King 1963 in Washington vor 250.000 Menschen. „Ich bin ein Berliner“ ist das berühmte Bekenntnis John F. Kennedys aus demselben Jahr, gesprochen vor dem Rathaus Schöneberg in West-Berlin. „Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…“. Dieser Satz von Hans-Dietrich Genscher blieb unvollendet – Jubel unterbrach den Bundesaußenminister am 30. September 1989 in der Deutschen Botschaft in Prag.

„Freiheit durch Wissen“ ist kein Satz, aber eine Überzeugung. Freiheit ist nicht verhandelbar. Freiheit bedeutet Verantwortung. Freiheit braucht Wissen. Weil Menschen, die frei sind, entscheiden müssen. Über Partner, Beruf, Lebensweise, Lebensraum und Mehrheiten in freien Wahlen.

Seit 150 Jahren ist Lensing Media ein familiengeführtes Medien- Unternehmen. Begonnen hat alles 1870 mit einer Buchhandlung in Dortmund. 1876 wurde mit der Tremonia die erste Zeitung verlegt. Die erste Ausgabe der Ruhr Nachrichten erschien am 1. März 1949. Heute bieten wir als großes Medienhaus in Westfalen ein vielfältiges Angebot für alle, die wissen wollen. Mit Nachrichten vernetzen wir Menschen in der Region. Print und digital.

„Freiheit durch Wissen“, das treibt uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lensing Media an. Egal ob in Redaktion, Verlag, Logistik, Radio, Anzeigenblatt, Druckerei oder Digital-Startup. Diese Überzeugung eint. „Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis“ hat Albert Camus geschrieben. Ein wunderbarer Satz. Es gibt auch keine Freiheit ohne eine freie Presse.

„Freiheit durch Wissen“ ist das Leitmotiv für das Jubiläumsjahr. Viel Freude beim Lesen. Und Wissen.

Wolfram Kiwit
Chefredakteur
Dortmund im Januar 2020

„IN UNSERER PROVINZ LEBT DIE DEMOKRATIE ODER SIE STIRBT IN IHR“

 

Interview mit Joachim Gauck, Bundespräsident a.D.

„IM SCHWIERIGSTEN STADTTEIL MUSS DIE BESTE SCHULE SEIN“

 

Interview mit Ministerpräsident Armin Laschet

„DAS LEBEN WIRD BESSER“

 

Interview mit Sven Gábor Jánszky, Trend- und Zukunftsforscher

„PRESSEFREIHEIT IST KLEBSTOFF FÜR FRIEDLICHEN, DEMOKRATISCHEN ZUSAMMENHALT “

 

Ein Gespräch mit Katja Gloger, Vorstand bei „Reporter ohne Grenzen“  

WIR SIND NICHT ALLEIN –
TRADITIONSFIRMEN IN DER REGION

Petit & Edelbrock – WO GLOCKEN GEGOSSEN WERDEN
WIE ZU GOETHES ZEITEN

Es ist ein aus der Zeit gefallener Ort. Als wäre das Leben in diesem eingeschossigen, verschachtelten Ziegelgebäude im Jahr 1900 erstarrt. Einige der neugotischen, spitz zulaufenden Fenster an der Giebelseite sind zugemauert. Durch das von langen Jahren teils rissige, staubbezogene, teils blind gewordene Glasband des schrägen Daches fällt diffuses Licht auf die von Ruß und Staub geschwärzten Ziegelwände.

Anker Schroeder – IN DER NEW YORK TIMES STECKT TECHNIK AUS KÖRNE

Der New-York-Times-Tower und das Londoner Wembley-Stadion, eine Forschungsstation in der Antarktis und die Westfalenhalle in Dortmund, sie alle verbindet eines miteinander: In ihnen steckt Technik aus Dortmund, genauer gesagt: Verankerungstechnik aus Körne. Dort hat die Firma Anker Schroeder ihren Sitz, abgekürzt „ASDO“, wobei das DO natürlich für Dortmund steht.

Rüschenbeck – VOM WESTENHELLWEG IN DIE WELT DER SCHÖNEN UND REICHEN

Es gab eine kurze Zeit vor mehr als 40 Jahren, da stand auf Messers Schneide, wie es mit dem Juwelier Rüschenbeck weitergehen würde. „Ich selbst kann mich daran kaum erinnern, aber meine Mutter hat immer erzählt: Als ich ein kleiner Junge war, noch vor der Einschulung, da habe ich nur eins werden wollen: Schlangendompteur.“ Heute ist Wilhelm Rüschenbeck 51 Jahre alt. Schlangendompteur ist er nicht geworden, sondern Goldschmied, wie sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater zuvor. 

Wilo – DORTMUNDER FAMILIENUNTERNEHMEN GREIFT NACH DEN STERNEN AUF DEM WELTMARKT  

Für die Menschheit ist die Erfindung des Umlaufbeschleunigers, die dem Dortmunder Ingenieur Wilhelm Opländer 1928 gelang, wohl noch wichtiger als jeder Ausflug ins All. Zugleich ist sie der entscheidende Schritt auf dem Weg zu einem der größten und erfolgreichsten Unternehmen Dortmunds: Wilo.

AUS HOLSTEIN & KAPPERT WURDE KHS –
MIT BIER UND COLA BIS IN DIE WELTSPITZE

Bergleute trinken Bier. Dortmund ist eine Bergbaustadt, also boomen Brauereien. 1840 gibt es hier 74, weitere folgen bald, zum Beispiel 1854 Thier, 1867 Stifts und 1868 DAB. Sie alle brauchen für ihr Handwerk technische Geräte. Carl Kappert und sein Schwiegersohn Louis Holstein erkennen das und gründen 1868 das Unternehmen Holstein & Kappert. Als Händler beliefern sie zunächst vor allem Brauereien und Mälzereien mit technischem Gerät. So beginnt die Geschichte eines Unternehmens, das nach einer mehr als 150-jährigen Firmengeschichte heute weltweit zu den größten Systemanbietern der Getränkeindustrie zählt.

UNIFERM IN WERNE – MIT HEFE AN DIE SPITZE EUROPAS

Wer heute in ein Brötchen beißt, bekommt es mit großer Wahrscheinlichkeit mit Uniferm zu tun. Er bekommt es mit Werne und der Familie Moormann zu tun. Das Städtchen an der Lippe ist Sitz der Uniferm, dem Marktführer in Deutschland, wenn es um Backhefe geht. An der Spitze des Unternehmens mit rund 400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro steht mit Jan Moormann (46) ein Kaufmann, der in neunter Generation einen Familienbetrieb führt, dessen Wurzeln mehr als 280 Jahre zurückreichen.

WIE EIN GALLISCHES DORF AUCH EINE EISZEIT ÜBERSTANDEN HAT

Der erste Besuch in der Kornbrennerei Krämer ist schnell vorbei. Am Vorabend gab es im Fernsehen eine Reportage über die Brennerei und Schokolaterie. Jetzt herrscht das blanke Chaos in der kleinen Manufaktur am Schwanenwall in der Dortmunder Innenstadt. Üblicherweise erreichen den Betrieb drei bis fünf Online-Bestellungen in der Woche. Über Nacht trafen heute mehr als 200 per Mail ein, das Telefon steht nicht still und die Internetseite ist dem Ansturm auch nicht gewachsen. „Das sind alles Neukunden, die müssen wir schnell bedienen“, sagt Firmenchef Felix Krämer (33). Da bleibt keine Muße, um über Vergangenheit und Zukunft eines der ältesten Familienbetriebe der Stadt zu reden.

BILDER DER FREIHEIT

DIE BEFREIUNG DES KONZENTRATIONSLAGERS AUSCHWITZ

 

durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 offenbarte der Weltöffentlichkeit die unfassbaren Gräueltaten des Nazi-Regimes in ihrem ganzen Ausmaß. Die sowjetischen Soldaten trafen noch auf rund 7000 überlebende Häftlinge, von denen allerdings trotz medizinischer Hilfe in den nächsten Tagen noch mehrere Hundert starben. Die Zahl der im Vernichtungslager Auschwitz zwischen 1940 und 1945 meist durch Gas Ermordeten wird auf 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen geschätzt. Auschwitz wurde zum Symbol für den Holocaust, dem systematischen Völkermord der Nazis an den Juden, dem zwischen 5,6 und 6,3 Millionen Juden zum Opfer fielen. Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist seit 1996 in Deutschland, seit 2005 auch international der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Foto: dpa

LECH WALESA

 

spricht 1980 zu den streikenden Arbeitern der Danziger Leninwerft. Es ist der Beginn einer Streikwelle, die ganz Polen erfasst. Walesa erreicht mit der kommunistischen Regierung ein Abkommen über die Gründung freier Gewerkschaften. Die Leninwerft wird so zur Wiege der noch im selben Jahr gegründeten Gewerkschaft Solidarność. Sie entwickelt sich zu einer Massenbewegung mit zehn Millionen Mitgliedern und Lech Walesa, der bereits bei der blutigen Niederschlagung eines Streiks mit 80 Toten verhaftet worden war, wird zum Freiheitshelden Polens. 1983 erhält er den Friedensnobelpreis. Trotzdem dauert es noch viele Jahre, bis aus der Solidarność-Bewegung wirklich freie Wahlen hervorgehen. 1990 wird Lech Walesa zum ersten demokratischen Präsidenten Polens gewählt. Foto: Lehtiku va Oy/ dpa

NELSON MANDELA

 

hat seinen Kampf um die Freiheit der Schwarzen in seinem Land, gegen Apartheid, Unterdrückung und soziale Benachteiligung mit einem hohen Preis bezahlt. 27 Jahre lang saß er zwischen 1963 und 1990 als politischer Gefangener in Haft. Sein Einsatz hat sich gelohnt. Die Apartheid in Südafrika wurde beendet. Er selbst war von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident seines Landes. 1993 erhielt er den Friedensnobelpreis. Unser Foto zeigt ihn 1990 nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft mit seiner Frau Winnie Mandela. Sie erhielt 1988 gemeinsam mit ihrem Mann den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen, war in der Folge aber auch in kriminelle Machenschaften verwickelt. Foto: dpa

JOHN F. KENNEDY

 

steht am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin. Knapp zwei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer besucht er als erster Präsident der Vereinigten Staaten West-Berlin. Anlass ist der 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke. Vor rund 1,5 Millionen Menschen hält er eine flammende Rede gegen den Kommunismus und für die Freiheit. Er sichert sowohl der Stadt als auch Deutschland insgesamt weiterhin die Unterstützung und den Schutz der USA. Seine erste Rede an der Seite von Willy Brandt, dem damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, gipfelt in dem Satz: „Ich bin ein Berliner.“ Wenige Monate später wird Kennedy auf einer Wahlkampfreise in Dallas, Texas erschossen. Foto: Heinz-Jürgen Göttert/ dpa

MALALA YOUSAFZAI

 

war elf Jahre alt, als sie 2009 begann, über ihr Leben in Pakistan unter der dort herrschenden Gewaltherrschaft der Taliban ein Blog-Tagebuch zu schreiben. Mädchen mussten sich verschleiern, ihnen wurde der Schulbesuch, das Hören von Musik und das Tanzen verboten. Malala Yousafzai setzte sich für die Freiheit, für das Recht auf Bildung aller Mädchen und Frauen ein. Am 9. Oktober 2012 wurde sie bei einem Attentat der Taliban lebensgefährlich verletzt. Sie kämpfte weiter und erntete weltweite Hochachtung. Ihr Einsatz für die Freiheit von Mädchen und Frauen wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. 2014 erhielt sie den Friedensnobelpreis – als jüngste Preisträgerin überhaupt. Sie war da gerade 17 Jahre alt. In einer Rede vor den Vereinten Nationen in New York sagte sie 2013: „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“ Foto: Luiz Roberto Lima/ dpa

DER FALL DER MAUER

 

am 9. November 1989 war der Höhepunkt der friedlichen Revolution in der DDR. Am Brandenburger Tor standen junge Menschen auf der Mauer und feierten die Öffnung der Grenze. Wochenlang waren die Menschen auf die Straße gegangen und hatten gegen das DDR-Regime protestiert. Sie forderten Meinungsfreiheit, Reisefreiheit und freie Wahlen. Ihr Ruf „Wir sind das Volk“ wurde zum Leitmotiv der Revolution. Seit 1961 hatte eine 155 Kilometer lange Mauer West-Berlin hermetisch von der DDR abgeriegelt. Stacheldraht, schwer bewaffnete Grenzsoldaten, Minen und Selbstschussanlagen sollten Fluchtversuche in den Westen verhindern. Insgesamt war die schwer gesicherte innerdeutsche Grenze 1400 Kilometer lang. Erst die Reformpolitik des sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow hatte die Revolution ermöglicht. Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

DIE ENTFÜHRUNG UND ERMORDUNG

 

von Hanns Martin Schleyer zählt zu den schlimmsten Angriffen auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung in der Bundesrepublik. Am 5. September 1977 war der Arbeitgeberpräsident von einem RAF-Kommando in Köln entführt worden. Das Kommando forderte die Freilassung von elf inhaftierten Gesinnungsgenossen. Die Bundesregierung lehnte ab. Der Staat dürfe sich nicht erpressen lassen, sagte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt. Auch die Entführung der Lufthansamaschine „Landshut“, die im somalischen Mogadischu von GSG-9-Soldaten gestürmt wurde, änderte an dieser Haltung nichts. Das RAF Kommando erschoss Schleyer. Am 19. Oktober 1977 wurde sein Leichnam im französischen Mühlhausen gefunden. Foto: dpa

DAS JUBILÄUMSMAGAZIN

PUZZLE-SPAß

 

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